In den letzten Jahren haben mehrsprachigkeitsdidaktische Ansätze in der DaF/DaZ-Forschung und im Diskurs um sprachliche Bildung wieder zunehmend an Bedeutung gewonnen, nachdem es in den 2010er-Jahren zeitweise bereits etwas ruhiger um sie geworden war und sogar eine Stagnation im Diskurs konstatiert wurde (Marx, 2014). Das neu entfachte Interesse an der Mehrsprachigkeitsdidaktik hat mehrere Gründe: Zum einen haben Migrationsbewegungen ab 2015 dazu geführt, dass wieder mehr neu zugewanderte Kinder und Jugendliche in den Klassen vertreten sind – eine Zielgruppe, die in besonderem Maße davon profitiert, wenn ihre vorhandenen mehrsprachigen Repertoires ausgebaut und für das sprachliche und fachliche Lernen im Unterricht genutzt werden. Darüber hinaus haben Konzepte wie Translanguaging (Garcia & Wei, 2015) frischen Wind in den wissenschaftlichen Diskurs gebracht (Akbulut & Marečková, 2023) und dazu beigetragen, dass Mehrsprachigkeit zunehmend nicht mehr nur als Ressource, sondern als notwendige Bedingung für die Herstellung von Bildungsgerechtigkeit verstanden wird (Rantanen, 2024).
Nicht zuletzt hat die Mehrsprachigkeitsdidaktik auch von der zunehmenden Digitalisierung profitiert, die durch die Corona-Pandemie noch beschleunigt wurde: Multilinguale Lernplattformen und Apps haben neue didaktische Möglichkeiten für einen mehrsprachigkeitsorientierten Unterricht eröffnet (Lawida & Maahs, 2022). Zudem bieten die rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz weitere Potenziale für die Mehrsprachigkeitsdidaktik, die bisher noch weitgehend unerforscht sind und einen erhöhten Forschungs- und Handlungsbedarf mit sich bringen (Feick, 2025).
Ort: Meerscheinschlössl, Mozartgasse 3, A-8010 Graz
Datum: Freitag 19.06. - Samstag 20.06.2026
Das Programm zur Tagung finden Sie online auf der Homepage des Fachdidaktikzentrums Deutsch als Zweitsprache & Sprachliche Bildung
Anmeldung: Bitte melden Sie sich hier bis zum 07.06.2026 an.
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei.